In Gesprächen über umweltfreundliches Heizen tauchen einige Fragen immer wieder auf. In der folgenden Übersicht sind solche Fragen und Antworten zusammengestellt. Diese werden wir fortlaufend aktualisieren.
Die Wärmeversorgung ist in Deutschland für fast 70% der Emissionen von privaten Haushalten im Wohnbereich verantwortlich, hauptsächlich durch veraltete Gas- und Ölheizungen. (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2021 → www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2024/PD24_05_p002.html) Um die Klimaziele und die Unabhängigkeit von steigenden fossilen Energiepreisen (einschließlich der CO2-Bepreisung) zu erreichen, muss Bremen bis 2045 auf klimaneutrale Wärme umstellen. Die kommunale Wärmeplanung gibt eine Orientierung, wie diese Umstellung nachhaltig gelingen kann.
Die kommunale Wärmeplanung (https:// waermeplanung.bremen.de) ist die planerische Grundlage der Wärmewende. Sie steckt den Rahmen ab und zeigt, in welchem Stadtteil ein Wärmenetz geplant ist. Damit gibt sie eine Orientierung für eine bewusste Entscheidung bei der künftigen Heizungswahl. Der Ende 2025 erstellte Bremer Wärmeplanentwurf enthält hierfür u.a. interaktive Karten sowie eine Frage-Antwort-Seite. https://waermeplanung.bremen.de/faq-1473
Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist die Klimaneutralität bis 2045.
Im kommunalen Wärmeplan für Bremen sind einige Ortsteile wie z.B. das Steintor und Ostertor als Prüfgebiete gekennzeichnet. Ihnen wurde zum Zeitpunkt der Erstellung Ende 2025 noch keine Wärmeversorgungsart zugeordnet, da dort z.B. noch kein Ausbau des Fernwärmenetzes geplant ist. Diese Gebiete eignen sich in vielen Fällen für eine dezentrale Versorgung z.B. mit Luftwärmepumpen. Eine weitere Möglichkeit sind Erdwärmenetze (Kalte Nahwärmenetze oder Anergienetze in der Fachsprache). Viele detailierte Informationen hierzu bietet die Genossenschaft ErdwärmeDich. https://erdwaermedich.de Das sich u.a. aus solchen Entwicklungen ergebende Potenzial der Prüfgebiete soll bei der Fortschreibung der Wärmeplanung bis 2028 berücksichtigt werden.
Nein. Bestehende Heizungen dürfen bis 2045 weiter betrieben werden und dürfen repariert werden.
Je nach Gebäudetyp und Lage kommen verschiedene Lösungen infrage:
Das ist ein Mythos!
Wärmepumpen sind auch in Bremer Altbauten effizient einsetzbar. Wichtig sind hierbei eine gute Planung, ggf. der Einsatz größerer Heizflächen (Heizkörper) und eine moderate Dämmung. Moderne Geräte arbeiten zudem sehr leise – oft leiser als ein Kühlschrank.
Mieter:innen können zwar nicht direkt Fördergelder für den Heizungstausch beantragen, aber sie können aktiv werden:
Vereinfacht gesagt, funktioniert eine Wärmepumpe wie ein umgekehrter Kühlschrank. Während ein Kühlschrank Wärme aus seinem Inneren nach draußen leitet, entzieht die Wärmepumpe der Umwelt (Luft, Erde oder Wasser) thermische Energie und transportiert diese ins Haus.
Der Prozess in 4 Schritten:
Die Wärmepumpe erzeugt ein Vielfaches der eingesetzten elektrischen Energie als nutzbare Wärme (ein Anteil Strom zu mindestens drei Anteilen Wärme). Bei Gas oder Öl liegt dieses Verhältnis unter eins zu eins.
In Kombination mit Ökostrom oder einer eigenen Photovoltaik-Anlage wird so nahezu CO2-neutral geheizt.
Ein Anergienetz ist ein kollektives Netz zur Beheizung von mehreren Gebäuden. Durch die hohe und gleichbleibende Erdwärme können Häuser effizient und klimafreundlich beheizt und passiv gekühlt werden. Im Gegensatz zu klassischen Fernwärmenetzen arbeitet das Anergienetz mit niedrigen Temperaturen (ca.12-15 Grad Celsius) und ohne Wärmeverluste in der Leitung. Erst im Haus wird durch die bereitgestellte Sole-Wärmepumpe das Heizwasser auf die benötigte Vorlauftemperatur des Heizsystems gebracht.
Das System besteht aus drei zentralen Komponenten:
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